Physik

Zwischen Wald und Wetterstation
Eine Exkursion ins Forschungszentrum Karlsruhe

Grünflächen, Straßen- und Verkehrsschilder, eine Feuerwache, Bushaltestellen - ein scheinbar idyllisches, von Wäldern umgebenes Dorf präsentiert sich den Teilnehmern des Ausflugs nach Leopoldshafen. Namen wie Karlsruher Allee oder Eggensteiner Straße geben Aufschluss über die Lage dieser Straßen und Gebäude, vermitteln den Eindruck, man befände sich in einem kleinen Karlsruher Vorort.

Doch der Schein, dieser erste Eindruck trügt. Das Forschungszentrum Karlsruhe verbirgt sich hinter dieser siedlungsähnlichen Fassade und begrüßte am 6.2.2002 die Schülerinnen und Schüler des Reuchlin-Gymnasiums. Nachdem in den vergangenen Jahren schon einige Schülergenerationen an einem solchen Besuch teilgenommen hatten und in unterschiedliche Forschungsbereiche wie Nanotechnologie, Medizin- oder Halbleitertechnik eingeführt worden waren, nahmen diesmal rund 30 Oberstufenschüler an der Exkursion teil.

Nach einer fast zweistündigen Anreise per S-Bahn und Bus trafen die Pforzheimer im Vortragssaal auf eine weitere Schülergruppe und erhielten eine allgemeine Einführung in die diversen Tätigkeitsbereiche des Forschungszentrums. Da das in der Einladung angekündigte Sujet der Führung im Bereich Klima und Meteorologie lag, begannen schon kurze Zeit später auf eben diesen Themenbereich spezialisierte Vorlesungen. Die Referenten beschrieben in anschaulicher Weise den Aufbau der Atmosphäre, den Anteil und Einfluss der Aerosole, die Bildung von Wolken und deren Beobachtung mittels Radarsystemen, die dann Wetter- und Niederschlagsdiagnosen ermöglicht. Des weiteren informierten die Forscher über Satellitenanwendungen, deren Bedeutung mit globalen Erscheinungen wie Treibhauseffekt oder Desertifikation in engem Zusammenhang steht, und gaben zuletzt noch einige Hinweise zu naturwissenschaftlichen Studiengängen wie Meteorologie oder Physik.

Im Anschluss an die Mittagspause folgte dann eine Rundfahrt auf dem rund 2,5 km² großen Gelände. Die mittlerweile in zwei Gruppen aufgeteilte Schülerschaft besichtigte nun praktische Anwendungen wie die kühlbare Aerosolkammer AIDA, in der die Erdatmosphäre simuliert wird. Im Gebäude des Instituts für Meteorologie und Klima wurden vortragsergänzende Satellitenaufnahmen präsentiert und die Rechneranlagen vorgeführt. Im Außenbereich der Messwiese demonstrierten Wissenschaftler die Funktionsweise von Sondierungssystemen, die Messwerte wie Temperatur, Luftfeuchte, Druck oder Windgeschwindigkeit lieferten. Mit der Vorführung weiterer meteorologischer Messgeräte neigte sich dann schließlich unser Aufenthalt im Forschungszentrum dem Ende zu.

Fazit: Insgesamt ein aufschlussreicher, informativer Exkurs in die Welt der Naturwissenschaften. Die auf einfachen Grundlagen aufbauenden Vorträge waren bis auf wenige Ausnahmen (wie die Radargleichung) auch für Laien verständlich, sodass der Ausflug - wie man schon an der Teilnehmerzahl erkennen konnte - nicht nur für Physik-LKler zum interessanten Erlebnis wurde.

Isabella Holz
 

Exkursionsteilnehmer

Teilnehmer der Exkursion


Messwiese

Auf der Messwiese


Messballon

Messballon


Aerosolanlage

Aerosolanlage


Weiterführende Links

www-imk.fzk.de:8080

Forschungszentrum Karlsruhe, Institut für Meteorologie und Klimaforschung

www.wetteronline.de

Wetterprognosen für Europa, Amerika, Afrika und Asien

www.saevert.de

Linksammlung rund um Naturkatastrophen wie Tsunamis, Tornados oder Vulkanausbrüche

www.weltderwolken.de

rund 1700 Wolken- und Wetteraufnahmen (Regenbogen, Gewitter etc.)

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